Börsenfilme

Warum die Börse die Menschen bewegt und nicht nur ihr Geld

Die Börse mit ihren weltweiten Verstrickungen, ihren Irrungen und Wirrungen, ist für viele Außenstehende immer noch ein Rätsel. Und wenn sie nicht gerade dadurch ins Gerede kommt, dass ganze Wirtschaften auf Grund der Leistungen weniger zu Boden gegangen sind, dann interessieren sich auch nur wenige Menschen dafür.

Und doch hat auch die Filmbranche den modernen Mythos für sich entdeckt. Filme über die Börse, gleich ob sie Dokumentarfilme oder Unterhaltungsfilm sind, haben die Menschen schon immer in ihren Bann gezogen, denn sie zeigen ihnen etwas, was den meisten wohl für immer verschlossen bleibt: Eine Welt voller Möglichkeiten, voller schnellem Geld und großen Gefahren. Eine Welt, in der man immer wieder mit seinem Gewissen kämpfen muss. Und anders als viele andere Legenden, ob modern oder altertümlich, ist hier nicht alles erfunden, was die Filme uns zeigen. Einige Filme über die Börse und das schnelle Geld und auch darüber, wie sie Menschen verändern kann, haben es in den Annalen der Filmgeschichte sehr weit gebracht.

Alles begann 1987

Wenn es um Filme über die Börse geht, dann kommt man unweigerlich nicht um einen bestimmten Film herum. „Wallstreet“ aus dem Jahre 1987 hat wie kein anderer Film eine ganze Generation von Tradern und Börsenmoguln geprägt. Auch der Normalmensch bekam hier eine Seite der Gesellschaft zu sehen, die er bislang nur aus Filmen oder Büchern kannte. Zwar ist die Story rein fiktiv, aber sie offenbart das tägliche Dilemma und die Versuchung, der sich die großen Trader ausgesetzt sehen. „Wallstreet“ brach zu seiner Zeit mit einem ungeschriebenen Tabu und gilt bis heute als einer der am meisten kritisierten Filme überhaupt. Er soll einseitig und unauthentisch sein, sagen die einen. Die anderen loben ihn als Glanzleistung der Schauspielkunst und als wichtiges Mahnmal, wie Geld und Macht den Charakter verändern können. Für Michael Douglas, in seiner Paraderolle als skrupelloser Börsentrader Gordon Gekko, war der Film auf jeden Fall einer der Meilensteine seiner Karriere. Er spielte den 'alten Hasen' an der amerikanischen Börse, der jeden schmutzigen Trick kennt – und auch anwendet. Dabei entdeckt er das junge Talent Bud Fox (Charlie Sheen) und beschließt, dass er dem Jungen seine Art zu Denken und zu Leben beibringen will. Schnell hat der charismatische Lebemann den ehrgeizigen jungen Trader um den Finger gewickelt und führt ihn ein in eine Welt, in der Geld alles ist und Erfolg wie Sauerstoff. Der absolute Klassiker unter den Börsenfilmen.

Von Hollywood zur Dokumentation

Was „Wallstreet“ gesät hat, das haben andere Filme geerntet. Galten Filme über das Finanzgeschäft zuvor als langweilig, so wurde hier eine ganze Branche neu erfunden. Gleichzeitig wurde auch der Grundstein gelegt, auf dem alle anderen Börsenfilme aufgebaut sind. Manch einer mag sagen, dass sie stilisiert immer nach dem selben Muster verlaufen – was im Grunde nicht gelogen wäre. Aber das Dilemma, ob moralisch oder finanziell, mit dem sich viele Trader jeden Tag beschäftigen müssen, ist ein reales Thema. Und um das zu beweisen, haben sich einige Regisseure die Arbeit gemacht und das tatsächliche Leben an der Börse einmal untersucht. Was sie fanden, war gewiss nicht immer auf Hollywood-Ebene, aber manchmal nicht weit davon entfernt. Vor allem der USA-Kritiker Michael Moore, der bereits mit anderen Dokumentationen auf die größten Fehler und Schwächen der größten Volkswirtschaft der Welt aufmerksam gemacht hat, hat auch hier seine Fußspuren hinterlassen. In seinem Werk „Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte“ von 2009, stellt er die Arbeit einiger Menschen vor, die glatt für Gordon Gekko Pate gestanden haben könnten. Alle Fehler des Börsensystems werden hier schonungslos aufgedeckt. Zum ersten Mal konnte der Zuschauer ganz sicher gehen, dass hier keine Tricks und Schauspielerei am Werke waren. Der Film sollte nicht der einzige seiner Art bleiben. Für „Inside Job“ von 2010 wurde im englischen Original sogar als Sprecher der Schauspieler Matt Damon angeworben. Hier wurde rückblickend die Finanzkrise von 2007 beleuchtet, was sie für die USA bedeutet hatte und welche Personen von ihr profitieren konnten.

Das Potenzial ist noch nicht erschöpft

Von diesen Größen in ihrer Branche abgesehen, gibt es natürlich noch andere Filme, die das Thema Börse und Geld ebenso gut getroffen haben. Einige von ihnen wären:

  • „Die große Pleite“ von 1932 (Der erste Börsenfilm überhaupt, über den berühmten 'Schwarzen Freitag', der die Weltfinanzkrise auslösen sollte)

  • „Das Geld anderer Leute“ von 1991

  • „Wall Street 2“ von 2010 (Von dem viele sagen, dass er das Original nicht ganz erreichte)

  • „High Speed Money“ von 1999

  • „Die Glücksritter“ von 1983 (Einer von wenigen Filmen, die das durchweg ernste Thema mit einer guten Prise Humor auffrischten)

  • „Risiko – Der schnelle Weg zum Reichtum“ von 2000

Dass 2014 wieder ein neuer Film über einen charismatischen, skrupellosen Börsentrader von sich reden macht, beweist nur zu gut, dass das Thema die Menschen noch immer fasziniert und noch jede Menge Potenzial daraus zu holen ist. „Wolf of the Wall Street“ lautet der Titel der derzeit wieder die Gemüter erhitzt, wie seit alten Tagen nicht mehr. Leonardo di Caprio spielt darin einen aufsteigenden Börsentrader, der mit jeder Menge schmutziger Tricks an das ganz große Geld will. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, ist dieser hier zumindest teilweise authentisch, denn er basiert auf der Lebensgeschichte eines realen Börsenhais.

Gier, Moral, Geld und Macht. Das sind die Zutaten, aus denen alle guten Börsenfilme gemacht sind. Und solange sich das nicht ändert, werden wohl immer Kinogänger Filme über die Börse mit Spannung erwarten.


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